Kunterbunte Kurzgeschichten von Adrian Hofmann

Adrian Hofmann ist der Autor von «Kunterbunte Kurzgeschichten».
Er ist Katechet und diplomierter Bibelerzähler.

Adrian Hofmann: «Schreiben ist für mich eine Art genaueres Hinsehen oder auch konzentrierteres Hinhören. Ich schreibe aus Interesse am Leben. Dabei möchte ich mit meinen Kurzgeschichten eigentlich niemanden belehren. Schon gar nicht von oben herab. Aus den zahlreichen Rückmeldungen schliesse ich aber, dass meine Kurzgeschichten einen Einstieg in eine Diskussionsrunde bilden oder zum persönlichen Nachdenken anregen können. Es würde mich freuen, wenn sie ein Vertrauen stärken und ein Verhalten begünstigen, welches die Freundschaft fördert.

Ich freue mich, wenn ihr meine Geschichten lest und weitererzählt».

Danke Gott für seine Güte

Jetzt, da ihre Tochter schlief, konnte sich Anne endlich hinsetzen und ein wenig in der Zeitung lesen. Beim Durchblättern streiften ihre Augen zufällig über den Satz: «Nicht wer du bist, ist problematisch, sondern für wen du dich hältst.» Ein Erfolgscoach hatte wieder eine seiner Weisheiten versprüht. «Als ob ich mich nicht dauernd wandeln würde und deshalb neu beschreiben könnte?» genervt warf Anne die Zeitung fort.

«Heute bin ich dies und morgen bin ich das. Die Hauptsache ist: Ich fühle mich wohl, bin attraktiv und bleibe konkurrenzfähig. Ich kann doch tun und lassen, was ich will», dachte Anne selbstbewusst.

Sie sass da, war müde, abgespannt und die erste Träne rollte über ihre Wange. Sie weinte, bis ihre Tränen drei vergessene Sätze des alten Simeon in ihr neu belebten: «Er wird ein Zeichen Gottes sein, gegen das sich viele auflehnen werden. So werden ihre innersten Gedanken an den Tag kommen. Dadurch werden die einen fallen und die anderen aufgerichtet.»

Anne erinnerte sich plötzlich wieder an die kurze Szene in der  Erzählung nach der Weihnachtsgeschichte. «Nachdem der alte Simeon das Jesuskind in seinen Armen gehalten hatte, war er zutiefst dankbar und konnte im Frieden weitergehen.»

«Und ich?», fragte sich Anne in diesem Moment. Inzwischen hatte sie ihr eigene Tochter in den Armen.

«Nicht für wen ich mich selber halte, ist entscheidend, sondern wer mich in seinen Armen hält», dachte sie auf einmal glücklich, dankte Gott für seine Güte und ging mutig in die Zukunft.

Textgrundlage nach Lukas 2.25-36

© Kopierrechte: Adrian Hofmann, Diplomierter Bibelerzähler

Neu: Hoffnungsschimmer

Aber, so ist das mit der Freundschaft, sie sucht eben nicht den eigenen Vorteil

Echte Liebe bläht sich nicht auf

Echte Liebe schreibt das Böse nicht an

Bevor man zu Ehren kommt

Die tun, was Gott will...

Die es aushalten...

Wohin führt dich dein Reden